
Hallo Florian, vielen Dank, dass Sie uns dieses Interview geben. Können Sie uns zu Beginn ein wenig über sich und Ihren Werdegang erzählen?
Florian Coupé: Hallo! Wenn wir mit dem Studium beginnen... Ich habe Ingenieurwesen an der polytechnischen Schule studiert und hatte schon immer eine Vorliebe für Langstreckenreisen, vor allem mit dem Fahrrad. Schon in jungen Jahren fühlte ich mich von Abenteuern und großen Weiten angezogen, was mich natürlich zu den Pfadfindern führte. Nach einigen Jahren als Ingenieur im Bereich der Energiestrategie habe ich beschlossen, zu kündigen, um mir einen Traum zu erfüllen: ein Jahr lang mit dem Fahrrad durch Asien zu fahren.
". Die Idee zu dieser einjährigen Reise entstand aus meinem Engagement für die Pfadfinderbewegung"
Ihre letzte Reise von Paris nach Südkorea war beeindruckend. Können Sie uns erklären, was Sie zu dieser Reise motiviert hat und welche Rolle die Pfadfinderei dabei gespielt hat?
Florian Coupé: Die Idee zu dieser Reise entstand durch mein Engagement für die Pfadfinderei. Er hat mich immer gelehrt, wie wichtig es ist, zu entdecken, einander zu helfen und die Umwelt zu respektieren. Das World Scout Jamboree, das in Südkorea stattfand, war die perfekte Gelegenheit, all diese Werte miteinander zu verbinden. Wir wollten zeigen, dass es möglich ist, auf umweltfreundliche und abenteuerliche Weise zu reisen und gleichzeitig andere Pfadfinder inspirieren, bei zukünftigen Veranstaltungen das Gleiche zu tun.

" Das Jamboree ist eine einzigartige Gelegenheit, den Frieden zu fördern"
Können Sie uns etwas über das World Scout Jamboree und seine Bedeutung erzählen?
Florian Coupé: Das World Scout Jamboree ist eine Großveranstaltung, die alle vier Jahre stattfindet und junge Pfadfinder von 14 bis 17 Jahren aus der ganzen Welt zusammenbringt. Es ist eine einzigartige Gelegenheit, Frieden, interkulturelles Verständnis und Weltfreundschaft zu fördern. In Südkorea wurden etwa 50.000 Jugendliche erwartet. Diese Veranstaltung ist eine wahre Feier des Pfadfindergeistes und eine Plattform, um über wichtige Themen wie die Umwelt, kulturelle Vielfalt und nachhaltige Entwicklung zu diskutieren.
Was waren die wichtigsten Stationen Ihrer Reise und welchen Herausforderungen sind Sie begegnet?
Florian Coupé: Wir durchquerten Europa auf dem **Euro Velo 6 **bis zum Schwarzen Meer, dann den Kaukasus mit Zwischenstopps in Georgien und Aserbaidschan.
Danach ging es mit dem Bootsverleih über das Kaspische Meer nach Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan. Die Mongolei war unsere letzte große Etappe, bevor wir China betraten und dann das Gelbe Meer durchquerten, um nach Südkorea zu gelangen.
Die Geopolitik war eine große Herausforderung, mit Grenzschließungen und regionalen Spannungen. Die klimatischen Bedingungen, insbesondere in den Bergen von Kirgisistan, waren ebenfalls sehr anstrengend.
" Die Geopolitik hat unsere Reise wirklich erschwert"
Sie haben die Geopolitik als eine der Herausforderungen erwähnt. Können Sie uns mehr dazu sagen?
Florian Coupé: Ja, die Geopolitik hat unsere Reise wirklich erschwert. Zum Beispiel hatten wir ursprünglich geplant, Russland zu durchqueren, aber die politische Situation machte dies unmöglich.
Wir mussten unsere Reiseroute dementsprechend anpassen. Der Zugang zu einigen Ländern wie Aserbaidschan war beschränkt, und wir mussten schwierige Entscheidungen treffen, wie ein Flugzeug für eine kurze Strecke zu nehmen. In China war Beschaffung eines Visums ebenfalls eine Herausforderung, da die Behörden sehr streng mit Reisenden sind, die durch bestimmte sensible Regionen einreisen.
" In China anzukommen und die lokale Bevölkerung zu treffen, die noch nie einen Westler gesehen hatte, war ein sehr starker Moment"
Was waren die denkwürdigsten Momente dieser Reise?
Florian Coupé: Es gab so viele! Die Fahrt über den Son-Kul-See in Kirgisistan, zum Beispiel, war ein unglaubliches Erlebnis. Es ist ein See auf 3000 m Höhe umgeben von Bergen. Wir waren allein, inmitten der Natur, mit schwierigen Wetterbedingungen.
Die Ankunft in China und die Begegnung mit der einheimischen Bevölkerung, die noch nie einen Westler gesehen hatte, war ebenfalls ein Höhepunkt. Die Überquerung des Gelben Meeres nach Südkorea markierte das Ende unserer Reise, ein Moment großer Zufriedenheit und Erfüllung.
" Diese Reise war eine Möglichkeit, den Pfadfindergeist voll auszuleben und gleichzeitig einen nachhaltigeren Lebensstil zu fördern."
Wie hat die Pfadfinderbewegung Ihre Reise und Ihre Einstellung zu Abenteuern beeinflusst?
Florian Coupé: Die Pfadfinderbewegung hat mir grundlegende Werte beigebracht, wie gegenseitige Hilfe, Widerstandsfähigkeit und Respekt vor der Umwelt. Diese Werte standen im Mittelpunkt unserer Reise.
Wir haben die Prinzipien der Vorbereitung und Selbstständigkeit angewandt, die wir in der Pfadfinderbewegung gelernt haben. Auch das Pfadfindernetzwerk hat uns sehr geholfen. Diese Reise war eine Möglichkeit, den Pfadfindergeist voll auszuleben und gleichzeitig einen nachhaltigeren Lebensstil zu fördern.
Wie habt ihr diese Reise finanziert und organisiert?
Florian Coupé: Wir erhielten Unterstützung vom internationalen Pfadfindernetzwerk, das uns mit Unterkünften und lokalen Kontakten half. Wir haben auch mit Partnern zusammengearbeitet, um einen Teil unserer Ausrüstung und Reisen zu finanzieren. Die Logistik war ein wesentlicher Teil unserer Vorbereitung, mit einer sorgfältigen Planung jeder Etappe und Notlösungen für den Fall von Problemen.
Was sind Ihre zukünftigen Pläne nach diesem Abenteuer?
Florian Coupé: Der Dokumentarfilm über unsere Reise wird am 29. Juni veröffentlicht! Er soll unsere Erfahrungen teilen und andere dazu inspirieren, unserem Beispiel zu folgen.
Wir planen außerdem, Vorträge zu halten und Workshops zu organisieren, um jungen Menschen bei der Vorbereitung ihrer eigenen Expeditionen zu helfen. Unser langfristiges Ziel ist es, dass eine **Tausend Jugendliche zum Jamboree 2027 nach Polen reisen **und dabei nachhaltige Transportmittel wie das Fahrrad benutzen.
Welche Lektionen haben Sie aus diesem Abenteuer gelernt, die Sie gerne mit jungen Pfadfindern und angehenden Abenteurern teilen möchten?
Florian Coupé: Die erste Lektion ist, dass die Vorbereitung von entscheidender Bedeutung ist. Eine gute Planung und das Wissen um die bevorstehenden Herausforderungen können den entscheidenden Unterschied ausmachen. Zweitens muss man flexibel und bereit sein, sich an Unvorhergesehenes anzupassen. Hindernisse sind unvermeidlich, aber sie können oft zu bereichernden Erfahrungen führen.
Schließlich darf die Bedeutung von **Hilfe und Solidarität **nicht unterschätzt werden. Mit vertrauenswürdigen Kameraden zu reisen, macht das Abenteuer sicherer und angenehmer!
Ein letztes Wort an unsere Leser?
Florian Coupé: Ich möchte jeden ermutigen, **aus seiner Komfortzone herauszukommen **und die Welt auf nachhaltige Weise zu entdecken. Das Abenteuer ist für jeden erreichbar, man muss sich nur darauf einlassen. Die Pfadfinderei war für mich eine Schule des Lebens und des Abenteuers, und ich hoffe, dass andere genauso davon profitieren können wie ich.
