Der Tourismus in Frankreich, der oft als Kronjuwel der nationalen Wirtschaft gefeiert wird, verbirgt eine dunkle Seite, die zunehmend Anlass zur Sorge gibt. Tatsächlich bereitet dieser Wirtschaftszweig, der Frankreich mit 48 Millionen internationalen Besuchern im Jahr 2021 zum meistbesuchten Land der Welt gemacht hat, der Umwelt große Kopfschmerzen.
Ein Beitrag von Benoît Prigent, Mitbegründer von Lokki
Der Kontrast ist bedrückend: Auf der einen Seite stellt der Tourismus eine unbestreitbare und unverzichtbare Einnahmequelle für die französische Wirtschaft dar: 57,9 Milliarden Euro im Jahr 2022. Auf der anderen Seite stellt er eine alarmierende ökologische Belastung dar. Er ist allein für 5 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich.
Mit seinen 30 Millionen Touristen pro Jahr trägt Frankreich erheblich zum CO2-Fußabdruck bei, insbesondere aufgrund der Abhängigkeit vom Flugverkehr, der 2018 mehr als die Hälfte der internationalen Touristen beförderte.
Neben den CO2-Emissionen schafft der Massentourismus auch andere Umweltübel, wie den Übertourismus, der den Marseillern wohlbekannt ist, die so gut es geht versuchen, den Zugang zu ihren Calanques zu beschränken. In Frankreich konzentrieren sich 80 % der touristischen Aktivitäten auf 20 % des Landes!
Die Dinge bewegen sich, aber noch viel zu zaghaft und zu wenig transparent für die Touristen, die jedoch handeln wollen.
Die Experten von Atout France untersuchten im Dezember, wie das Gesicht des Tourismus im Jahr 2024 aussehen würde. Antwort: Er wird nachhaltig sein... wenn die Akteure sich bewegen.
Denn dieses kleine Wort, "nachhaltig", ist in aller Munde. Die Menschen wollen den CO2-Fußabdruck ihres Urlaubs berechnen können, aber auch wissen, welcher Ort, welche Unterkunft, welche Route, welches Freizeitangebot den Planeten nicht gefährdet. Mit anderen Worten, sie brauchen, dass das Angebot "nachhaltig" nicht mehr nur ein Wort ist, sondern ein konkretes Angebot, um anders zu reisen.
Es ist Zeit für unsere Branche, sich dieses Themas anzunehmen.
Es liegt an uns, den Touristikern, Unterkunftsanbietern und Reiseveranstaltern, unsere Angebote so umzugestalten, dass sie umweltverträglicher sind.
Es liegt an uns, neue Arten des Reisens zu entwickeln.
Es liegt an uns zu zeigen, dass die Creuse und die Lozère genauso sexy sind wie die überfüllten Strände der Mittelmeerküste.
Es liegt an uns, neue Routen anzubieten, um die Franzosen, die mehr denn je Natur und Abenteuer brauchen, aus dem Alltag zu entfliehen.
Es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass die Entdeckung des Landes nicht das Privileg einer Minderheit von Ultrareichen bleibt.
Es handelt sich also um eine ökologische Herausforderung. Aber auch eine wirtschaftliche Herausforderung für den Tourismus, der seit der Covid-Pandemie auf der Kippe steht. Zwar erlebte er 2022 mit über 960 Millionen internationalen Touristen einen Aufschwung, aber das sind immer noch nur zwei Drittel des Volumens vor der Pandemie.
Nachhaltiger Tourismus ist daher keine Option mehr, sondern eine zwingende Notwendigkeit. Als weltweit führendes Tourismusland steht Hexagon an einem Scheideweg: Es muss nicht nur seinen Status als bevorzugtes Reiseziel bewahren, sondern auch ein Vorbild für umweltfreundlichen Tourismus werden.
Es ist an der Zeit, mutig und entschlossen zu handeln, um eine Zukunft zu sichern, in der Ökonomie und Ökologie harmonisch nebeneinander existieren.
