1 Freizeit 1 Ort: Chamonix, das Mekka des Ultra-Trails

4 Min.

Am 29 Jan. 2024 von Frédérique Josse

 1 Freizeit 1 Ort: Chamonix, das Mekka des Ultra-Trails

Der Artikel in Kürze

Anlässlich der Olympischen Spiele, die diesen Sommer in Paris stattfinden, starten wir eine Sonderserie über die emblematischen Orte des Outdoor-Sports.

Jeden Monat ein Fokus auf ein Reiseziel, das eine wahre Hauptstadt einer Outdoor-Sportart ist.

Wir beginnen diese Serie mit Chamonix, dem Mekka des Ultra-Trails! 🏃‍♀️⛰

Zusammenfassung

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Chamonix, Hauptstadt des Ultra-Trails: zwischen Bergen und Wundern 🏔️🏃.

Chamonix, Hauptstadt des Ultra-Trails: zwischen Bergen und Wundern 🏔️🏃.

Im Herzen der [französischen Alpen](<https://www.lokki.rent/location/alpes/velo>), [Chamonix](<https://www.lokki.rent/location/chamonix/raquettes>) vibriert seit 2003 im Rhythmus des Ultra-Trail-Laufs. In weniger als 20 Jahren ist der Ultra-Trail Mont-Blanc, der berühmte "UTMB", für die Intimsphäre, zu einem **Großereignis in der Sportszene geworden**, gleichauf mit dem New York Marathon. Dennoch hätte sich sein Gründer, das "enfant du pays" Michel Poletti, der ebenfalls ein leidenschaftlicher Trailrunner ist, niemals die Ausmaße dieser Veranstaltung vorstellen können. Er rief sie ins Leben, um den 150 km langen Lauf zu ersetzen, bei dem eine Staffel von sieben Personen den höchsten Punkt der Alpenkette umrundete. Wie ist der UTMB so legendär geworden? Was bedeutet er heute für die \*\*Wirtschaft von Chamonix \*\*? Ein Überblick über **den Lauf der Superlative**: 171 km und 10.000 positive Höhenmeter, nur das!

Erste Schritte auf dem Weg zum Gipfel

Die Verbindung zwischen **Chamonix und dem Ultra-Trail** reicht mehr als ein Jahrhundert zurück, als die ersten **Bergsteiger diese unerforschten Gebiete betraten**. Die Stadt erwarb sich schnell einen Ruf als Vorposten für Abenteurer, die das "Dach Europas", den Mont-Blanc, bezwingen wollten. Ursprünglich führte der Wettbewerb über Straßenabschnitte. Nach dem tragischen Brand im Mont-Blanc-Tunnel im März 1999 wurde die Veranstaltung jedoch bis 2002 ausgesetzt, bevor sie aufgrund der sinkenden Teilnahme **endgültig eingestellt wurde**.

Die Geburt des UTMB

![couple poletti -france 3 régions.webp](https://bucket-prod.getlokki.com/couple_poletti_france_3_regions_3c8b0c28c8.webp?format=webp&width=1200&quality=80) *Das Ehepaar Poletti, die Gründer des UTMB* Im Oktober 2002, angesichts dieser Leere, belebt eine Gruppe von neun Personen, angeführt von dem Ehepaar **Michel und Catherine Poletti**, die Tradition wieder. Als Besitzer eines Schallplattenladens in Chamonix und **leidenschaftliche Nordische Skiverleiher**, lancieren die Polettis, die bereits an der Organisation lokaler Sportveranstaltungen beteiligt waren,\_ den Ultra-Trail du Mont-Blanc \_ohne sich vorzustellen, dass er zu einem weltweiten Ereignis werden würde. ## Ein völlig unabhängiges, nicht wettbewerbsorientiertes Abenteuer Am Montag um 8 Uhr müssen die Teilnehmer des Laufs vom Startpunkt in Chamonix-Mont-Blanc aus eine Strecke von **300 km** mit einem **kumulierten positiven Höhenunterschied von etwa 25 000 Metern** überwinden. Dieser Wettkampf, der in maximal **152 Stunden** absolviert werden muss, wird völlig autonom durchgeführt. Sie ist als ein\*\* nicht wettbewerbsorientiertes Abenteuer\*\* konzipiert, das in \**Zweier- oder Dreiergruppen*\* durchgeführt wird, wobei die Mitglieder jedes Teams vom Anfang bis zum Ende der Strecke zusammenbleiben müssen. ## Erste Erfolge Die erste Veranstaltung übertraf sofort \*\*die Erwartungen \*\*: Das ursprüngliche Ziel von 300 Teilnehmern wurde übertroffen: Es waren bereits **722 Läufer am Start!** Bei dieser ersten Veranstaltung hatten die Teilnehmer mit einem extrem harten Klima zu kämpfen, das von Kälte, Regenschauern und Hagelschlag auf der gesamten Strecke geprägt war. So sehr, dass nur **67 von ihnen die Ziellinie überqueren konnten.** Ab 2004 gab es fast **1\.400 Teilnehmer** und \*\*2.000 \*\* im Jahr 2005. Die Begeisterung für den Lauf ist so groß, dass sich die Anmeldungen für die Ausgabe 2007 in nur zehn Stunden und 2008 in **acht Minuten** für den Hauptlauf des UTMB füllen! Dieser wachsende Erfolg zwingt die Organisatoren sogar dazu, die Anmeldungen auf 2 500 Teilnehmer zu begrenzen, um \*\*die Qualität des Erlebnisses und die Sicherheit \*\*auf den Wanderwegen zu erhalten.

Das Rennen der Superlative

Im Jahr 2019, der Absage der Ausgabe 2020 aufgrund des Covid, verzeichnet die Organisation 26.022 Bewerber für 10.000 verfügbare Plätze. Die Anmeldungen spiegeln **eine bemerkenswerte Vielfalt wider**, mit **111 vertretenen Nationalitäten**, wobei die Läufer nicht nur aus Frankreich und Europa, sondern auch aus China, den Vereinigten Staaten und Japan kommen, was die universelle Anziehungskraft dieses mythischen Laufs**unterstreicht.** Aus all diesen Gründen wird der UTMB oft genannt: *"der Lauf der Superlative".*

Die herausragenden Figuren des UTMB

![Marco_Olmo.jpeg](https://bucket-prod.getlokki.com/Marco_Olmo_4ea02ef38a.jpeg?format=webp&width=1200&quality=80) Der Ultra-Trail du Mont-Blanc (UTMB) ist seit seinen Anfängen Schauplatz von **außergewöhnlichen Leistungen**. Der Italiener **Marco Olmo**, im Alter von 58 Jahren, fesselte die Welt, als er 2006 den UTMB in einer Zeit von 21:06:06" gewann und damit die Altersgrenzen im Ausdauersport herausforderte. 2008 eroberte ein junger Katalane, \*\*Kilian Jornet \*\*, die Welt des Ultra-Trails im Sturm. Der 20-jährige Jornet triumphiert bei seiner ersten Teilnahme am UTMB mit einer Zeit von 20h56'59", trotz Zeitverlusten an den Verpflegungsstellen und einer 15-minütigen Zeitstrafe. Sein Sieg wird jedoch wegen seiner minimalistischen **Ausrüstung kontrovers diskutiert**, zu der eine einfache Gürteltasche und ultraleichte, vom Skiverleih inspirierte Accessoires gehören. Die anderen Läufer empören sich. Im Jahr 2021 sorgte der Sieg der Amerikanerin Courtney Dauwalter für Aufsehen. Sie stellt einen atemberaubenden Rekord von 22h30'54" auf und bricht damit den bisherigen Frauenrekord von Rory Bosio. François D'Haene ist ein weiterer emblematischer Name des UTMB. Er prägt die 15. Ausgabe im Jahr 2017, indem er seinen dritten Sieg erringt, 15 Minuten vor Kilian Jornet, trotz Bauchschmerzen und Krämpfen.

Die Trail-Wirtschaft, ein Geldsegen für Chamonix

Mit seiner internationalen Resonanz ist der UTMB heute ein wichtiger wirtschaftlicher Marker für Chamonix und sein Tal. Während der Woche des Ereignisses empfängt die Stadt Zehntausende von Besuchern, was de facto zu einem deutlichen Anstieg der lokalen Wirtschaftstätigkeit führt, insbesondere für\*\* Einzelhändler, Hoteliers und Restaurantbesitzer\*\*. [Die wirtschaftlichen Auswirkungen für die Region wurden für das Jahr 2023 auf etwa 23 Millionen Euro geschätzt. ](<https://www.lyoncapitale.fr/actualite/utmb-mont-blanc-23-millions-d-euros-de-retombees-economiques#google_vignette>) Das Ereignis zieht auch eine große Medienaufmerksamkeit auf sich, da zahlreiche Journalisten anwesend sind und viele Fernsehzuschauer einschalten. All dies trägt zur \*\*Bekanntheit von Chamonix \*\*als Reiseziel und Welthauptstadt des Trailrunnings bei. Ein Glücksfall für "Cham", das bereits so berühmt für seine Gleit- und Bergsportarten ist, aber angesichts schmelzender Gletscher gerade [über die Zukunft seines Tourismus nachdenkt.](<https://www.euractiv.fr/section/energie-climat/news/a-chamonix-le-tourisme-se-reinvente-face-a-la-fonte-des-glaces/>) Allerdings hat dieser Andrang auch **negative Folgen**, [wie die **Überfüllung und Überlastung**](<https://www.pro-mont-blanc.org/les-menaces-sur-le-mont-blanc/la-surfrequentation/#:~:text=La%20surfr%C3%A9quentation%20est%20la%20menace,'est%20le%20Mont%2DBlanc.>), insbesondere in Naturgebieten und auf Wanderwegen. Dies wirft **Umweltbedenken** und Fragen über die Fähigkeit der Region auf, einen solchen Besucheransturm zu bewältigen.

Die Polemik

Als Beweis dafür, dass der UTMB nicht aufhört zu faszinieren, ist er seit Anfang Januar Schauplatz einer **echten Polemik** über die Ausgabe 2024, die im August stattfinden wird. Kilian Jornet und Zach Miller rufen **zu einem kollektiven** Boykott der fünfzehn besten männlichen und weiblichen Läufer für die Ausgabe 2024 auf, um Druck auf die Organisatoren auszuüben. Die beiden Läufer erkennen zwar die Bedeutung und Größe des UTMB für die Welt des Ultralaufs an, zeigen sich aber besorgt über den ihrer Meinung nach\*\* gewinnorientierten Ansatz auf Kosten des Wohlergehens der Athleten und des Sports selbst\*\*. Sie beklagen auch den Mangel an Austausch und Transparenz in Bezug auf \**die Umweltauswirkungen der Veranstaltung und ihre Zugänglichkeit.*\* Diese wenigen Tage, in denen die Spannungen sehr medienwirksam waren, haben die Debatte eröffnet. In einer am 29. Januar veröffentlichten Pressemitteilung erklärte die [Leitung des UTMB](<https://france3-regions.francetvinfo.fr/auvergne-rhone-alpes/haute-savoie/chamonix/polemique-utmb-apres-l-appel-au-boycott-la-mise-au-point-entre-kilian-jornet-et-l-ultra-trail-du-mont-blanc-2912582.html>), dass *"die Veranstaltung in kaum zwei Jahren erheblich gewachsen ist, von etwa 20 Läufen im Jahr 2022 auf 37 Läufe Ende 2023; aber sie wird 2024 in eine Phase der Stabilisierung kommen (41 Läufe)".*
Wir bewegen uns!

Wir bewegen uns!

Aufsatteln Marcel 🚴🏻‍♀️

Über Frédérique Josse

Jeden Tag versuche ich zu verstehen, wie sich die Kreislaufwirtschaft, der nachhaltige Tourismus und der Konsum entwickeln. Als ausgebildete Journalistin halte ich für Sie die Augen offen und erzähle Ihnen von den neuesten Trends!
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